Sonnenuntergang am Starnberger See

Mehr als ein Ort – ein Lebensgefühl

RIEDEL Magazin, Ausgabe 03 Herbst 2025 | Text: Stephanie Geiger und Christian Bonk | Lesezeit: 8 Minuten

Wer am Starnberger See wohnt, sucht nicht das Auffällige, sondern das Ausgewählte. Schriftsteller und Intellektuelle, Adelige und Großstädter haben diesen besonderen Lebensstil am Starnberger See über Jahrhunderte geprägt. Diskrete Eleganz, kultivierte Zurückhaltung und die Kunst, das Wesentliche zu genießen, verbinden sich hier zu einem ganz außergewöhnlichen Lebensgefühl. Nur eine halbe Autostunde südlich von München trifft bayerische Gemütlichkeit auf stilvolle Weltläufigkeit, Naturidylle auf exklusiven Lifestyle. Erleben Sie eine facettenreiche Seeumrundung!

Dieser Beitrag ist im RIEDEL Magazin, Ausgabe 03 Herbst/Winter 2025/26, erschienen. Genannte Termine, Läden und Angebote entsprechen dem Stand dieser Ausgabe und sollten vor einem Besuch geprüft werden.

Start in Starnberg

Beginnen wir in Starnberg, der sagenumwobenen, vermögendsten Gemeinde Deutschlands, gleichsam Magnet für Tagesausflügler aus München, für Bayern-Reisende sowie die Bewohner des Fünfseenlandes, dessen größter – der Starnberger See – hier zu allerlei Seeromantik mit Blick auf die Alpen einlädt. Ob gepflegtes Shopping, erstklassige Kulinarik, ein Besuch im Starnberger Museum mit seinen Einblicken in die königlich geprägte Nationalgeschichte oder einfach nur ein stimmungsvoller Sonnenuntergang zwischen den Bootshäusern an der Promenade: In Starnberg ergänzen sich dezente Noblesse und bayerische Bodenständigkeit auf einzigartige Weise.

Ein beliebtes Ausflugsziel am westlichen Rand des Städtchens – vor allem der Münchner Tagesgäste und einheimischer Wanderer und Radler – ist die Maisinger Schlucht, aus der 80 Prozent des Trinkwassers der Kreisstadt Starnberg stammt. Das Wasserwerk ist schon von Weitem sichtbar. Aber auch geologisch ist die Schlucht spannend, weshalb sie vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als „wertvolles Geotop“ eingestuft wurde.

Wer in der Weihnachtszeit nach adventlicher Dekoration und Christbaumschmuck sucht, der sollte unbedingt beim Starnberger Christkindlmarkt vorbeischauen. Vom 4. bis 7. Dezember präsentieren dort u.a. Glasbläser, Schnitzer, Geigenbauer und Feldschmiede ihre Arbeit. Und wer auch in der kalten Jahreszeit auf Eis nicht verzichten möchte, der findet in der Starnberger Eiswerkstatt das ganze Jahr über sein Lieblingseis. Ein Geheimtipp ist das Veilcheneis – eine Geschmacksrichtung, der übrigens auch Kaiserin Elisabeth nicht widerstehen konnte. Direkt neben der Eiswerkstatt hat RIEDEL sein neues Büro.

Stattliche Villa mit Erker und hohen Fenstern hinter alten Bäumen, davor eine Wiese im Sonnenlicht.
In der Villa Waldberta bietet die Stadt München jungen Stipendiaten aus den Bereichen Kunst & Literatur Raum zum Wohnen, Arbeiten, Präsentieren und zum Diskurs.

Das royale und kunstinspirierte Westufer

Verlässt man Starnberg ufernah in südlicher Richtung, führt die Route über Pöcking mit dem Schloss Possenhofen (mehr dazu ab Seite 116) nach Feldafing, wo uns die Villa Waldberta einen lebendigen Eindruck des zeitgenössischen Kunstschaffens vermittelt. Die stattliche Villa, die Anfang des 20. Jahrhunderts in einer exklusiven Villenkolonie erbaut wurde, bietet Raum für das Artist-in-Residence-Programm der Landeshauptstadt München. Künstler und Wissenschaftler aus aller Welt können dort wohnen, arbeiten und ihre Werke präsentieren.

Auch der bedeutendste Gartenarchitekt seiner Zeit, Peter Joseph Lenné, der überwiegend in Berlin und Potsdam gestalterisch wirkte, hat am Westufer des Starnberger Sees Spuren hinterlassen. König Max II. träumte von einem „zweiten Potsdam“ und Lenné sollte diesen Traum nahe Feldafing verwirklichen. Noch heute gilt die knapp hundert Hektar große botanische Anlage hier als Musterbeispiel eines Landschaftsparks.

Ebenfalls einen Besuch wert ist das sogenannte „Casino“ auf der Roseninsel. Das königliche Schlösschen wurde im Stil einer oberitalienischen Villa erbaut. Nicht nur König Max II. wusste um die besondere Atmosphäre der Roseninsel. Schon vor siebentausend Jahren lebten Menschen dort, wie die Überreste einer Pfahlbautensiedlung belegen. Diese Funde sind so besonders, dass sie 2011 sogar in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurden.

Liegender Löwe aus Stein auf einem Sockel am Seeufer, dahinter das weite Wasser und der herbstliche Baumbestand.
Zum See-Panorama in Tutzing, direkt vorm Midgardhaus, gehört unweigerlich auch die majestätische Löwenstatue von Karl Effner (um 1870).

Unsere Erkundungstour geht weiter ins ebenfalls am Seeufer gelegene Örtchen Tutzing. Eine besonders schöne Möglichkeit, den Starnberger See in seiner Gesamtheit zu bestaunen, bietet hier die Wanderung zur Ilkahöhe. Der Weg führt durch die urige Waldschmittschlucht und vorbei an mehreren Weihern auf die mit 726 Metern höchste Erhebung am See. Die Einkehr im Forsthaus mit dem wunderbaren Alpenpanorama darf natürlich nicht fehlen.

Das naturreiche & museale Südufer

Luftbild der Klosteranlage mit Kirchturm und roten Ziegeldächern, umgeben von altem Baumbestand am Seeufer.
Das Kloster Bernried und die Kirche St. Martin sind untrennbar miteinander verbunden. Die Verbindung aus Geschichte, Architektur, Bildungshaus und Gastfreundschaft machen es zu einem beliebten Ausflugsziel.

Unser nächstes Etappenziel führt uns ans südliche Westufer des Starnberger Sees nach Bernried. Wahrzeichen der Gemeinde ist das Kloster Bernried mit seiner Geschichte, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. Besonders lohnend ist ein Spaziergang durch den hiesigen Park mit seinen Methusalem-Bäumen, die sogar Namen tragen: wie etwa Isolde oder Wotan. Die Buche Olga soll 300 Jahre alt sein. Mediterran mutet das Ambiente an der Hafenanlage an. Fein dinieren lässt es sich dort im Seerestaurant, einer wunderbaren Location für Hochzeiten wie aus dem Bilderbuch, wo „From-Farm-to-Table“ seit vielen Jahren das tragende, regionale Konzept ist.

Von Bernried folgen wir unserer Route Richtung Seeshaupt, dem südlichsten Ort des Starnberger Sees, eingebettet in die Voralpenlandschaft mit Blick auf die Zugspitze und Wendelstein. Die Umgebung ist geprägt von Wäldern, Mooren und Seen – ideal zum Wandern und Radfahren, aber auch für vielfältige Wassersportarten oder ein erfrischendes Bad im See an einem der Badeplätze rund um die hübsche Gemeinde mit der Pfarrkirche St. Michael und der direkt daneben gelegenen Annakapelle.

Das dünnbesiedelte und geschichtsträchtige Ostufer

Windsurfer mit buntem Segel gleitet über das kabbelige Wasser, am Horizont die Uferlinie und die Alpenkette.
Der Starnberger See ist vor allem auch für Wassersport-Liebhaber ein Paradies – Segeln, Rudern, Surfen ... alles ist möglich.

Wenig später erkunden wir bereits das Ostufer des Starnberger Sees. Für Entspannung am See steht das Ambacher Erholungsgebiet, der größte Badeplatz am See und besonders von Familien gerne besucht. Hier haben schon Generationen schwimmen gelernt. Der See ist ein Paradies für Wassersportler, die hier segeln, mit Ruderbooten unterwegs sind oder auf SUPs über das Wasser gleiten.

Allmählich führt uns unsere Tour via Ammerland zum Schlusspunkt der Seeumrundung – in die Gemeinde Berg. Der hiesige mondäne Schlosspark ist in Teilen zugänglich. An den Märchenkönig erinnert die Votivkapelle, ein kleines Gotteshaus im frühromanischen Stil im Schlosspark. Direkt davor steht ein Kreuz genau an der Stelle im Wasser, an der Ludwig im See gefunden wurde. Von Berg aus entscheiden wir uns für die schönste Art, den Starnberger See in seiner Vielfalt zu erkunden und lösen ein Ticket für die Seeflotte der Bayerischen Seenschifffahrt Richtung unseres Ausgangsortes Starnberg. Sanft dahinschaukelnd genießen wir beim Blick nach Süden das Alpenpanorama, das besonders an „föhnigen Tagen“ zum Greifen nah erscheint.

Zahlreiche Parks laden am Starnberger See zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

In jeder Beziehung überaus lebenswert

Steinkreuz und Denkmal auf einer gepflegten Uferwiese im Abendlicht, dahinter der See und die untergehende Sonne.
Denkmal König Ludwigs II. – direkt vor der Votivkapelle

Der Starnberger See mit seinen reizvollen Ortschaften überzeugt aber nicht nur durch seine malerische Lage. Auch in Sachen stilvoll Shoppen sowie im Hinblick auf Kultur, Kulinarik und Bildung präsentiert sich die Region rund um die reizvollen Seeufer als überaus lebenswert. Hier ein paar herausragende Beispiele:

Swimwear, Lingerie und Homewear gibt es seit mehr als dreißig Jahren in Starnberg bei Louisa’s. In St. Heinrich bietet der Anne Geuting Concept Store von Wohnaccessoires über Möbel-Designklassiker bis Mode und Bücher ein buntes Sammelsurium. Und wer zeitlose Mode inspiriert von klassischer Tracht sucht, der wird bestimmt in St. Heinrich bei Julia Leyendecker im Heinzelstück fündig. In Münsing findet man im Concept Store Mein lieber Schwan von Haus- und Hofwaren über Schreibutensilien bis hin zu Mode und Accessoires alles.

Kultur, Entspannung, Shopping – all das ist am Starnberger See erstklassig.

Kultur, Entspannung, Shopping, all das ist am Starnberger See erstklassig. Genauso auch die Bildung. Angesehene Gymnasien gibt es in Starnberg, Tutzing und Icking. Im Gymnasium Landschulheim Kempfenhausen bei Berg gehen Lernen und Gemeinschaft, Internat und Schule, Erziehung und Unterricht Hand in Hand. Und an der Munich International School werden 1200 Schülerinnen und Schüler aus 64 Ländern zur internationalen Hochschulreife geführt.

Zwei Dirndl in Burgund und gedecktem Blau hängen an einer Holzstange, daneben Blusen und Schürzen aus gemustertem Stoff.
Stellvertretend für das Traditionshandwerk am Starnberger See stehen die hübschen Dirndl von Heinzelstück by Julia Leyendecker.

Fazit

Wer am Starnberger See lebt, profitiert von einer außergewöhnlichen Lebensqualität. Man lebt im Grünen, ohne auf die Vorzüge einer Metropole verzichten zu müssen. Diese einzigartige Kombination aus Natur, Kultur, Bildung und gehobenem Lebensstandard macht das Leben am Starnberger See überaus angenehm und erstrebenswert.

Was den Markt am Starnberger See bestimmt

Langgestreckter Museumsbau mit Glasfront und auskragendem Dach im Park, davor Rasen und alte Bäume.
Das Buchheim Museum ist eine echte Institution am Starnberger See. Es wird aktuell erweitert – ein neuer Ausstellungssaal, zusätzliche Depot- und Arbeitsflächen sowie eine Photovoltaikanlage werden ergänzt.

Der Beitrag nennt die entscheidenden Punkte selbst: Starnberg ist die vermögendste Gemeinde Deutschlands, die Fahrzeit nach München beträgt eine halbe Stunde, und die Ufer sind über Jahrhunderte gewachsen. Daraus folgt, was den Markt hier prägt: Das Angebot ist klein, Seegrundstücke wechseln selten den Besitzer, und viele Verkäufe finden ohne Anzeige statt. Wer hier sucht, braucht Geduld und einen Zugang.

Für Käufer und Eigentümer gibt es die Übersicht bei Immobilien in Starnberg, für Häuser in Ufernähe Villa am Starnberger See und Haus am Starnberger See. Im weiteren Fünfseenland sind wir als Immobilienmakler im Fünfseenland unterwegs. Wie sich Angebot und Preise zuletzt entwickelt haben, zeigt der Marktbericht München.

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