Schloss Possenhofen

Königlicher Glanz

RIEDEL Magazin, Ausgabe 03 Herbst 2025 | Text: Stephanie Geiger | Lesezeit: 5 Minuten

Südlich von München liegt inmitten der sanft-hügeligen Voralpenlandschaft der Starnberger See – ein Ort, an dem Natur und Geschichte eine malerische Symbiose eingehen. Als einer der größten und tiefsten Seen Deutschlands zieht er nicht nur Wassersportler und Erholungssuchende an, seit Jahrhunderten ist er auch Bühne für fürstliche Eleganz und kulturellen Glanz. Prächtige Schlösser und herrschaftliche Villen, die Geschichten aus der Zeit der Wittelsbacher erzählen und den See bis heute mit einer Aura von Grandezza und Romantik erfüllen, säumen sein Ufer.

Text: Stephanie Geiger

Hinweis zur Ausgabe

Dieser Beitrag stammt aus dem RIEDEL Magazin Herbst/Winter 2025/26. Genannte Termine, Nutzungen und Eigentumsverhältnisse entsprechen dem Stand der Ausgabe. Der Ausstellungstermin im Mai 2026 ist inzwischen vergangen.

Wo Kaiserin Sisi ihre unbeschwerte Jugend verbrachte

Der heimliche Star unter den royalen Anwesen ist Schloss Possenhofen, das Herzog Wilhelm IV. in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichten ließ. Sisi, die spätere Kaiserin von Österreich, verbrachte in und um den Prachtbau mit seinen vier Ecktürmen ihre Kindheit und Jugend. Doch auch als Kaiserin kam sie regelmäßig nach Possenhofen, um fernab jeglicher Etikette die besondere Atmosphäre des Starnberger Sees zu genießen. Heute lässt es sich in dem Schloss, das von einem 40.000 Quadratmeter großen Privatpark samt privatem See- und Badeufer umgeben ist, herrschaftlich wohnen. RIEDEL hat eine der exklusiven Schloss-Wohnungen im Angebot.

Weißes Schloss mit zwei grünen Zwiebeltürmen liegt dicht am Ufer, davor kreuzt ein Segelboot auf dem blauen See.
Früher in adeliger Hand – König Ludwig II. lebte hier, heute in Privatbesitz: Schloss Berg.

Eines mindestens ebenso berühmten früheren Bewohners kann Schloss Berg sich rühmen: König Ludwig II., der Märchenkönig, nutzte das Schloss als Sommerresidenz. Die Besonderheit: Für die Regierungsgeschäfte des Königs wurde damals eigens eine Telegrafenleitung verlegt. Nach seiner Entmündigung im Juni 1886 wollte der König seinen dauerhaften Wohnsitz auf Schloss Berg verlegen, das immer sein Herzensort war. Doch schon einen Tag später kam er im Starnberger See ums Leben. Das Schloss ist heute in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden – zum Beispiel im Rahmen einer Bootstour.

Luftaufnahme einer bewaldeten kleinen Insel, die von türkisgrünem, flachem Wasser umgeben ist.
Die Roseninsel – früher wie heute ein beliebtes Ausflugsziel, nicht zuletzt wegen ihrer einzigartigen Schönheit.

Ein Ort, zu dem die Kaiserin und der König eine enge Verbindung hatten, ist die Roseninsel. Auf der Insel mit dem kleinen Sommerhaus, das König Max II. errichten ließ, trafen sich Sisi und der Prinz, oder sie hinterließen dort Briefe und Gedichte für den anderen. Die ältesten Hinterlassenschaften auf der Insel reichen aber bis ins 6. Jahrtausend vor Christus zurück. Neben einem Einbaum wurden auch Pfahlbauten gefunden, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Die Insel hat etwas Magisches. Heute besticht sie vor allem mit ihren Gärten, die prall gefüllt sind mit historischen Rosensorten.

Wo Fürstin von Thurn und Taxis ihren Sommer verbringt

Vom Wasser aus gesehen steht ein helles Schloss auf einer bewaldeten Landzunge, davor ankert ein Segelboot.
Die Sommerresidenz der Fürstenfamilie von Thurn und Taxis: Schloss Garatshausen.

Auch in Schloss Garatshausen war Kaiserin Elisabeth hin und wieder zu Gast. Sisis Vater hatte das Schloss gekauft, ihr Bruder Ludwig wohnte später darin und schließlich ging es an die älteste Schwester Helene, die mit dem Erbprinzen Maximilian von Thurn und Taxis verheiratet war. Die Fürstenfamilie von Thurn und Taxis nutzt das alte Schloss Garatshausen noch heute als Sommerresidenz. Nebenan, im neuen Schloss, das Helene hat errichten lassen, ist heute eine Senioren-Residenz untergebracht.

Luftaufnahme eines gelben Schlosses mit weitem Garten, dahinter die Dächer des Orts und der See.
Ein außergewöhnlicher Ort für Tagungen und Kulturevents: Schloss Tutzing, im Besitz der Evangelischen Akademie.

Das Schloss Tutzing mit seinem im 19. Jahrhundert angelegten Garten direkt am Ufer des Sees ist heute Sitz der Evangelischen Akademie und Ort regelmäßiger Tagungen. Rund 12.000 Teilnehmer kommen dort jedes Jahr in den Genuss eines ganz besonderen Ambientes.

Ort von Tagungen und Kulturveranstaltungen ist auch die Schlossberghalle in Starnberg. Kleine und große Konzerte, vielfältige Ausstellungen, spannende Lesungen, Festivals, Theater oder Kabarett bringen auch namhafte Künstler dorthin. Das jeweils aktuelle Programm ist im Internet auf der Website von Starnberg ersichtlich.

Das Schloss der „Last Queen of Bavaria“

Breite Ansicht eines weißen Schlosses mit grünen Kuppeltürmen und seitlichen Arkadengängen vor einer weiten Rasenfläche.
Noch eher jung, aber mindestens genauso imposant: Schloss Höhenried, beliebter Ort für Kunstausstellungen und festliche Anlässe.

Der Jungspund unter den Schlössern ist Schloss Höhenried, wo regelmäßig Kunstausstellungen stattfinden, wie z.B. am 23. und 24. Mai 2026 die Verkaufsausstellung Kunst Hand Werk. Gerne gebucht wird Schloss Höhenried auch für Trauungen und Hochzeitsfeiern. Die amerikanische Brauerei-Erbin Wilhelmina Busch, die sogenannte „Last Queen of Bavaria“, gab 1930 den Auftrag für das Anwesen. Nach ihrem Tod wurde das Schloss zum „Haus der Gesundheitsvorsorge“. Die Klinik Höhenried ist heute ein weithin bekanntes Rehabilitationszentrum. Der bilderbuchschöne Landschaftspark ist zu jeder Jahreszeit eine Oase der Ruhe. Wer einmal dort ist, sollte unbedingt auch im benachbarten Museum der Fantasie, das die Expressionisten-Sammlung von Lothar Günther Buchheim beherbergt, vorbeischauen.

Gelb verputztes Schloss mit Säulenportal steht auf einer gepflegten Rasenfläche zwischen Buchsformschnitt und rot belaubtem Ahorn.
Das schöne Schloss Ammerland diente früher vielen Künstlern als Heimat und Inspirationsstätte. Heute befinden sich dort Eigentumswohnungen.

Viel Kunst ist auch in der Geschichte von Schloss Ammerland zu Hause, das einst den wittelsbachischen Bischöfen als Sommer-Refugium diente. Graf Franz von Pocci, Komponist, enthusiastischer Kunstkenner, Literat, Maler und königlicher Hofmusikintendant, lebte ab Mitte des 19. Jahrhunderts in dem Prunkbau. Graf Pocci, liebevoll auch „Kasperl-Graf“ genannt, weil er die Kasperl-Figur Larifari erfunden hat, lud namhafte Gäste zu sich ins Schloss, darunter die Maler Carl Spitzweg und Carl von Piloty oder der Hofkapellmeister Franz von Lachner. Heute ist Schloss Ammerland mit seinem Parkgarten und dem privaten Seeufer in Eigentumswohnungen aufgeteilt. Bei einem schönen Spaziergang oder auch vom See aus lässt sich aber ein Blick auf das Schloss erhaschen.

Massiver Bau im neuromanischen Stil mit hellem Rundturm und Zinnenkranz, umgeben von dichtem Grün.
Verpachtet an das christliche Kinder- und Jugendwerk „Wort des Lebens“: Schloss Seeburg in Münsing im neuromanischen Stil.

Nicht vergessen werden dürfen aber auch die kleineren Schlösser wie das schlossartige Landhaus Seeseiten, Schloss Weidenkam, Schloss Allmannshausen und die nur etwas südlicher gelegene neuromanische Seeburg.

Am besten lassen sich die Schlösser um den Starnberger See übrigens auf einer Fahrradtour entdecken. Ein bisschen Kondition braucht man aber schon für die 50 Kilometer lange Strecke. Um zwischendurch eine Pause einzulegen und gleichzeitig einen Blick auf eines der zahlreichen Schlösser zu erhaschen, laden zahlreiche Cafés und Restaurants rund um den See ein, wie z.B. Schloss Garatshausen, wo sich inmitten des Schlossparks ein Café befindet.

Ein bisschen Kondition braucht man aber schon für die 50 Kilometer lange Strecke.

Die Perspektive von RIEDEL

Mehrere der hier genannten Häuser sind heute in Eigentumswohnungen aufgeteilt, darunter Possenhofen und Ammerland. Das macht sie zu einer eigenen Kategorie am Markt: denkmalgeschützte Substanz, ein Park, oft ein privates Seeufer – und eine Eigentümergemeinschaft, die über jede Sanierung gemeinsam entscheidet. Wer eine solche Wohnung kauft, kauft Geschichte mit Auflagen. Genau deshalb lohnt sich hier eine Beratung, die den Denkmalschutz und die Teilungserklärung kennt.

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