Minipool auf der Holzterrasse

Wo sich die Seele spiegelt

RIEDEL Magazin, Ausgabe 01 Frühling 2026 | Lesezeit: 5 Minuten

Im Luxus schwimmen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Kleine und große Wasseroasen im Garten – ob großzügiger Pool, kompaktes Swim Spa oder kuscheliger Whirlpool – erfrischen nicht nur das Auge, sondern gleich den ganzen Körper und lassen das wohl kostbarste Element des Lebens in vollen Zügen genießen.

Der Sprung ins kühle Nass

Eintauchen, abtauchen, untertauchen: Der Sprung in einen kühlen Pool ist der wahrscheinlich beste Start für einen neuen, erfrischten Gemütszustand. Die Schwerelosigkeit lässt den Alltag verschwinden, die Betriebstemperatur des Körpers kommt wieder ins Lot, und Geist und Seele schalten in den Reset-Modus. Wer kann, nützt das am besten mehrmals täglich.

Ganz gleich, ob man passionierter Schwimmer ist oder doch lieber gerne nur für einige Momente abkühlt: Ein paar Kubikmeter erfrischendes Nass sind immer gut investiert. Denn auch wenn das Wasser abperlt, so bleibt das wunderbare Gefühl der mentalen und physischen Fitness und Ausgeglichenheit.

Ein paar Kubikmeter erfrischendes Nass sind immer gut investiert.

Klar und spritzig

Langes Wasserbecken mit türkisfarbenem Grund liegt zwischen Kiesflächen, Holzdeck und dicht bepflanzten Beeten, dahinter eine Baumreihe.
Poollandschaft von Kramer & Kramer. Design: Kramer & Kramer

Zu vielen Architekturprojekten gehört ein Pool zum guten Ton und ist oft ein integrativer Bestandteil der Silhouette von Einfamilienhäusern oder Villen. Andere wiederum bevorzugen eine klare Trennung und wünschen sich einen eigenen Teil des Gartens mit entsprechender Wasserfläche und allem, was eben dazugehört.

Bevor man jedoch seine Bahnen ziehen kann, braucht es im Vorfeld einige wichtige Entscheidungen, bei denen man sich idealerweise vom Architekten und vom Landschaftsplaner begleiten lässt. Form und Größe sind die eine Sache, die Geländebeschaffenheit und die Bauordnung eine andere. Um alles mit den individuellen Wünschen und Anforderungen möglichst umfassend miteinander zu vereinen, braucht es deshalb professionelle Erfahrung, gestalterische Raffinesse und ein gutes Gespür für Proportionen.

Schließlich können die Größenvorstellungen in der Euphorie manchmal überbordend sein. Damit sich am Ende alles im Einklang befindet, kann der Experte schon von Beginn an mitwirken – umso schneller kann man in seinen eigenen Pool springen.

Nach dem Bauchgefühl

Rechteckiger Schwimmteich mit Holzsteg und Liegen auf einer Wiese, im Hintergrund Bäume und eine Bergkette.
Swimming Pond von Biotop. Design: Fresner Garten- und Landschaftsbau

An dieser Stelle muss gesagt werden, dass Pool nicht gleich Pool ist. Viele verstehen darunter einen klassischen Swimmingpool, der – architektonisch klar und modern – eine breite Auswahl an Formen, Tiefe und technischer Ausstattung bietet. Durch die chemische Wasserpflege herrschen stets sehr hygienische Badebedingungen vor, bedenken muss man jedoch, dass der Pool regelmäßig gewartet und gepflegt werden muss.

Wer es natürlicher mag, legt sich einen Schwimm- oder Badeteich, auch bekannt unter dem Namen Biotop, an – ein ökologisches Gewässer mit natürlichem Charakter, in dem die Wasserpflanzen in einem eigenen Regenerationsbereich den Großteil der Reinigung übernehmen. Beachten muss man hier, dass man mehr Fläche braucht.

Wer sich für keines dieser beiden Systeme entscheiden möchte, kann mit einem Naturpool den goldenen Mittelweg wählen, der funktionale Qualitäten mit einer natürlichen Wasseraufbereitung durch bio-filtrierende Systeme kombiniert. So kann man einen Pool gestalten, der zwar klassisch aussieht, aber auf Chemie verzichtet.

Ovale, in den Boden eingelassene Wanne mit Wasser und Armatur auf einer hellen Steinfläche, darüber überhängende Zweige mit Blättern.
Outdoorwanne DR von Agape. Design: Studio MK27

Ab einer gewissen Größe, Tiefe und Wassermenge ist keine Variante davon genehmigungsfrei. Aus diesem Grund wird eine Klärung mit dem örtlichen Bauamt noch vor Projektstart empfohlen, damit es am Ende kein „Bauchfleck“ wird.

Bei kleinen Pools, etwa ähnlich einer Badewanne, die in die Terrasse integriert sind, wird – so es statisch keine Einwände gibt – keine eigene Genehmigung erforderlich sein. Schwimmen kann man hier zwar nicht, aber nach dem Motto „klein, aber fein“ wird der Aufenthalt im Wasser zum reinsten Vergnügen.

Nah am Wasser gebaut

Pool mit hellem großformatigem Plattenbelag, davor Sonnenliegen im Schatten eines alten Olivenbaums.
Kollektion Rinascenza Arena von Florim. Design: Nicola Gallizia

Ist der Pool erst einmal definiert, steht schon die nächste Entscheidung an: Soll man ihn mit Holz, Keramik oder vielleicht mit Naturstein einfassen? Die Wahl fällt nicht leicht, eine Hilfe dabei könnte allerdings die direkte Umgebung oder der grundsätzliche Stil des Gartens sein. Bei minimalistisch bis puristisch, bei vielen glatten und gläsernen Flächen machen sich großformatige Keramikplatten wunderbar, die mit wenigen Fugen nicht nur schnell verlegt sind, sondern auch wenig Fläche für wenig Wünschenswertes bieten. Ist es üppig und sehr farbenprächtig mit viel Rasenfläche, lässt es sich mit Holz gut ansetzen, das den natürlichen Charakter weiter fortsetzt.

Doch nicht alle Flächen rund um den Pool müssen gerade und eben sein: Der Fantasie in der Gestaltung mit Pflanzenflächen, kleinen Inseln in Form eines Holzdecks, Schilfoasen oder mit Findlingen wie auch Sand- oder Kiesflächen sind keine Grenzen gesetzt. Urban Chic und echtes Beach Feeling schließen einander nicht aus.

Urban Chic und echtes Beach Feeling schließen einander nicht aus.

Quadratischer Minipool aus hellem Stein steht auf einer Terrasse entlang einer Glasfassade, im Sonnenlicht mit klarem Wasser gefüllt.
Minipool Quadrat by Kos von Zucchetti. Design: Ludovica + Roberto Palomba

Mehr Freiheit geht kaum

Nachdem diese letzte wichtige Entscheidung getroffen worden ist, kommt man zum wohl schönsten Teil der Poolplanung: elegante Lounges, edle Sonnenliegen und akzentuierende Schattenspender matchen mit kleinen Beistelltischen, gemütlichen Sitzkissen und mobilen Leuchten, die dem Frischeerlebnis Komfort, Freiheit und Flexibilität verleihen.

Dazu noch eine stylische Outdoordusche und vielleicht sogar – um das Wellnesspaket perfekt zu machen – eine Outdoorsauna gleich nebenan. Heute so, morgen so – das ist doch die eigentliche Sehnsucht, die man im eigenen Garten stillen kann. Also warum in die Ferne schweifen…?

Was ein Pool für den Wert einer Immobilie bedeutet

Ein Pool im Garten wirkt auf den Wert eines Hauses in zwei Richtungen. In gehobenen Lagen gehört er zur Erwartung, dort ist sein Fehlen der Nachteil. Umgekehrt sind Becken, deren Technik in die Jahre gekommen ist, für Käufer zunächst eine Position auf der Kostenliste. Entscheidend ist deshalb, was die Unterlagen hergeben: Baujahr, Genehmigung, Technikraum, Abdichtung und Wartungsnachweise.

Das gilt besonders für die Frage der Genehmigung, die der Beitrag anspricht. Sie ist beim Verkauf ein Thema, nicht nur beim Bau. Wer sein Haus mit Pool anbietet, sollte die Unterlagen vorher zusammenstellen. Wie sich Angebot und Preise zuletzt entwickelt haben, zeigt der Marktbericht München, die Grundstückswerte einzelner Lagen die aktuellen Bodenrichtwerte.

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