Hügellandschaft der Toskana

Zwischen Pinien und Palazzi

RIEDEL Magazin, Ausgabe 02 Sommer 2025 | Text: Stephanie Geiger | Lesezeit: 6 Minuten

Florenz ist mit fast 400.000 Einwohnern das pulsierende Herz der Toskana und kulturelles Zentrum. Während des wirtschaftlichen Aufschwungs in der beginnenden Neuzeit stieg die Stadt zum Finanzzentrum Europas auf. Mit den großen Reichtümern, zu denen eine Dynastie von Bankiers – unter ihnen die Familie Medici – im 15. Jahrhundert mit dem Geldverleih und der Finanzierung von Kriegen gelangte, unterstützte sie als Mäzene insbesondere Kunst und Wissenschaft und brachte Florenz zu kultureller Blüte.

Dieser Beitrag ist im RIEDEL Magazin, Ausgabe 02 Sommer 2025, erschienen. Genannte Termine, Hotels, Restaurants und Auszeichnungen entsprechen dem Stand dieser Ausgabe und sollten vor einer Reise geprüft werden.

Die Wiege der Renaissance

Marmorbüste Leonardo da Vincis mit Kappe und langem Bart vor dunklem Hintergrund.
Eine Statue von Leonardo da Vinci erinnert in Florenz an die vielen Jahre, die der Künstler dort verbracht und geprägt hat.

Michelangelo (1475-1564) wurde von der Medici-Familie gefördert, Galileo Galilei (1564-1641) lebte als Hofmathematiker in den Palästen der Medici und Leonardo da Vinci (1696-1730) verbrachte große Teile seiner Jugend in der Stadt am Arno. Aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung gilt Florenz als die Wiege der Renaissance. Bis in unsere Zeit fasziniert die Stadt die Menschen.

Eine architektonische Perle

Blick über die Dächer von Florenz auf die rote Kuppel des Doms und den Campanile, dahinter die Hügel der Toskana.
Der Dom zu Florenz wurde am 24. März 1436 von Papst Eugen IV. geweiht. Die gewaltige Kuppel, das Hauptwerk Brunelleschis, gilt als technische Meisterleistung der frühen Renaissance.

Das historische Zentrum von Florenz wurde bereits 1982 in die UNESCO-Liste aufgenommen und war eine der ersten Weltkulturerbestätten überhaupt. Die Besucher sind begeistert, wie einst Marc Twain. Der amerikanische Schriftsteller schwärmte: „Die Sonne untergehen zu sehen, gefärbt in Rosa, Lila und Gold, wird Florenz von Farben überflutet, die die scharfen Kanten verschwimmen lassen und sie in eine Stadt der Träume verwandeln. Das ist das schönste, bezauberndste und befriedigendste Bild auf unserem Planeten, für Auge und Geist.“

Die Toskana ist aber nicht nur für ihre Hauptstadt berühmt, sie ist Italiens beliebteste Urlaubsregion. Neben der reichen Kunst und Kultur in Florenz lohnt sich auch ein Besuch in den Altstädten von Pisa, San Gimignano, Siena und Pienza. Und die Kultur ist auch heute noch lebendig. Highlight für jeden Kunstliebhaber sind die Uffizien in Florenz – mit Meisterwerken von Botticelli, Caravaggio, Raffaello Sanzi, Michelangelo Buonarroti, Tiziano und Leonardo da Vinci. Das Puccini Festival in Torre del Lago bei Lucca dürfen sich Freunde der italienischen Oper keinesfalls entgehen lassen. Und am 22. und 26. Juli 2025 lädt Operntenor Andrea Bocelli zu einem Open-Air-Konzert in sein Teatro del Silenzio in Lajatico ein.

Neben der reichen Kunst und Kultur in Florenz lohnt sich auch ein Besuch in den Altstädten von Pisa, San Gimignano, Siena und Pienza.

Die besten Weine Italiens

Der schiefe Turm von Pisa neben dem Dom auf der Piazza dei Miracoli im warmen Abendlicht.
Ein Ort, an dem man wohl zumindest einmal im Leben gewesen sein sollte: die Piazza dei Miracoli mit dem berühmten Wahrzeichen – dem schiefen Turm von Pisa (56 m).

Die Toskana hat darüber hinaus sowohl landschaftlich als auch kulinarisch alles zu bieten, was den Urlaub erholsam und spannend zugleich macht. Sanfte Hügellandschaften, Zypressenalleen, breite Sandstrände und eine lange Tradition beim Weinbau zeichnen die Region aus. Zunächst die Etrusker und nach ihnen die Römer erkannten die Potenziale der Toskana und wussten um die Geheimnisse des edlen Weins.

Heute produzieren Weingüter mit klanghaften Namen und in herrlichen Lagen die besten Weine Italiens. Tenute Vignamaggio in Greve ist es einer der ältesten und renommiertesten Betriebe im Gebiet des Chianti Classico. Die erste Produktion der Cantina Antinori in San Casciano im Val di Pesa geht auf das Jahr 1385 zurück. Die Qualitätsweine von Antinori, die mittlerweile in der 26. Generation hergestellt werden, werden in die ganze Welt exportiert.

Und Rocca di Frassinello in Gavorrano, in der Provinz Grosseto, ist das einzige Weingut der Welt, das vom Architekten Renzo Piano entworfen wurde. Eine weitere Besonderheit von Rocca di Frassinello ist die Lage. Die durchschnittliche Temperatur der Böden ist 4–6°C höher als in den Gebieten Chianti und Montalcino. Die Trauben reifen deshalb drei bis vier Wochen früher.

Rotweinflasche und Glas neben Pecorino-Stücken, Trauben und Brot auf weißem Tuch vor einer Tuffsteinwand.
Rotweine, wie z.B. Chianti oder Montalcino, und dazu passend würziger Pecorino-Käse prägen das kulinarische Kulturgut der Toskana.

Was könnte also entspannender sein als in dieser von Gott gesegneten Gegend in einer schmalen Gasse einer Altstadt an einem kleinen Tisch vor einer Bar zu sitzen und den Tag gemütlich bei einem Glas Chianti mit köstlichen Häppchen von Schinken und Wildschwein-Salami, Pecorino-Käse und herrlichen Oliven ausklingen zu lassen?

Die Toskana hat aber trotzdem noch so viel mehr zu bieten. Das beste Restaurant der Toskana, sogar mit 3 Michelin-Sternen ausgezeichnet, ist zweifellos die Enoteca Pinchiorri in Florenz. Das Bracali in Ghirlanda ist mit einem Michelin-Stern dekoriert und ein wunderbarer Ort, um die besten Weine Italiens zu verkosten. Ein Besuch in der Trattoria Enrico Bartolini in Castiglione ist allein schon wegen der Anfahrt durch eine von Zypressen und Pinien gesäumte Allee ein Erlebnis. Alle Speisen werden auf dem Grill zubereitet und erhalten so ihr unverwechselbares Aroma.

Schmale Gasse mit Natursteinhäusern, Blumentöpfen an den Wänden und einer Treppe, die zwischen den Fassaden aufsteigt.
Die Altstadt von Pienza steht sinnbildlich für die schönen, schmalen, historischen Gassen, für die die Toskana mitunter so bekannt ist.

Exklusive Hotels und stilvoller Agriturismo

Wie es sich für eine Genussregion gehört, wartet die Toskana mit zahlreichen Hotels der gehobenen Kategorie auf. Das The Sense Resort bei Grosseto ist mit seinem exklusiven Privatstrand ein echtes Highlight für einen Urlaub am Meer. In Viareggio besticht das Grand Hotel Principe di Piemonte mit seiner Jugendstil-Architektur, überdies rühmt sich das Hotel des einzigen Restaurants mit zwei Michelin-Sternen an der toskanischen Küste.

Ebenfalls am Meer finden Golf-Liebhaber im Argentario Golf & Wellness Resort ein ideales Urlaubsziel. Und wer dem Golfsport frönt, darf auf keinen Fall den Course in Castiglion del Bosco verpassen mit seinem Panoramablick auf das Val d'Orcia, eine von der UNESCO geschützte Landschaft. Der von Tom Weiskopf entworfene Platz ist Italiens einziger privater Golfclub und ausschließlich den Mitgliedern und Gästen des Rosewood-Hotels vorbehalten. In Florenz ist The Place das Hotel-to-be. An der Piazza Santa Maria Novella gelegen, ist in dem alten Palazzo Geschichte erlebbar.

Übereinander liegende Kalksinterbecken mit türkisfarbenem, dampfendem Thermalwasser in grüner Hügellandschaft.
Entspannung pur versprechen die natürlichen warmen thermalen Quellen in Saturnia, Grosseto.

Eine besondere Alternative kann in der Toskana der „Urlaub auf dem Bauernhof“ sein. Agriturismo nennt sich das in Italien. Auf den Tisch kommt meist das, was auf dem eigenen Hof produziert wird – ehrlich und bodenständig. Charmante Fattorie und kleine Weingüter haben oft sogar einen Pool und sind für einen Urlaub perfekt ausgestattet.

Eine besondere Alternative kann in der Toskana der „Urlaub auf dem Bauernhof“ sein. Agriturismo nennt sich das in Italien.

Fazit

Florenz und die Toskana sind ein Traumziel für Reisende, die Kultur, Geschichte, Natur und Kulinarik lieben. Das Flüstern der Olivenbäume, die malerischen Zypressen-Alleen und die sanft geschwungenen Hügellandschaften, wer all das einmal erlebt hat, trägt diese besondere Poesie für immer im Herzen – und kommt bestimmt wieder.

Was die Toskana und der Münchner Süden teilen

Der Beitrag beschreibt eine Landschaft, in der Kulturgeschichte, Handwerk und Genuss zusammenfallen — und in der Lage alles ist. Ein Weingut im Chianti Classico ist so wenig verlegbar wie ein gewachsenes Grundstück am Isarhochufer. Wer in beiden Welten unterwegs ist, kennt das Prinzip: Was über Jahrhunderte entstanden ist, lässt sich nicht neu bauen, nur pflegen.

Für die Suche in unserer Region gilt derselbe Maßstab. Den Überblick über das obere Marktsegment geben die Luxusimmobilien in München, für Häuser mit Grund die Villen in München. Wie sich Angebot und Preise zuletzt entwickelt haben, zeigt der Marktbericht München.

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