Schloss Nymphenburg im Abendlicht

Münchens grüner Westen

RIEDEL Magazin, Ausgabe 01 Frühling 2025 | Text: Stephanie Geiger | Lesezeit: 6 Minuten

Würde man eine KI danach befragen, welche Sehenswürdigkeiten ein Besucher in München unbedingt besucht haben müsse, wäre die Wahrscheinlichkeit groß, dass an einer der ersten Stellen das Schloss Nymphenburg genannt würde. Bis 1918 Sommersitz der bayerischen Kurfürsten und Könige, ist es eines der Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt.

Text: Stephanie Geiger

Hinweis zur Ausgabe

Dieser Beitrag stammt aus dem RIEDEL Magazin Frühjahr 2025. Genannte Betriebe, Programme und Angebote entsprechen dem Stand der Ausgabe.

Ein Schloss aus einem romantischen Grund

Dass es dieses Schloss heute gibt, hat einen romantischen Grund: Überglücklich und verzückt schenkte Kurfürst Ferdinand Maria seiner Frau Henriette Adelaide von Savoyen zur Geburt des Thronfolgers Max Emanuel das Grundstück, auf dem 1664 mit dem Bau des heutigen Schlosses begonnen wurde.

Malerische Wohnlage

Zwei aneinandergebaute Stadtvillen mit geschwungenen Giebeln und Erkern hinter geschnittenen Hecken.
Prächtige historische Villen prägen das Bild von Gern.

So prächtig wie das Rokoko-Schloss ist auch der Stadtteil, der sich im Westen der Münchner Innenstadt in der Nähe der imposanten Schlossanlage gebildet hat. Prachtvolle gründerzeitliche Wohnhäuser und stattliche Villen, dazu Parks und Biergärten machen den Charme von Nymphenburg-Gern aus. Nicht nur an den Auffahrtsalleen zum Schloss kann sich der Stadtteil der Premiumwohnlagen von München rühmen.

Weil es im 19. Jahrhundert schick war, in unmittelbarer Nähe der Wittelsbacher Sommerresidenz zu wohnen, wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der Nähe der Schlossanlage malerische Gründerzeitvillen gebaut, die beispielsweise in der Gegend um das Rondell Neuwittelsbach noch heute zu besichtigen sind. Aber auch nördlich des Nymphenburger Schlosskanals, in der Villenkolonie Gern, gibt es heute noch einen respektablen Bestand an Altbauten aus der Jugendstil-Zeit und besonders schöne Villen-Ensembles.

Münchens „Notting Hill“

Mehrgeschossiges Eckhaus mit Erkerturm und Dachaufbau an einer von Bäumen gesäumten Straßenkreuzung.
Eckhaus an der Nymphenburger Straße

Architekturgeschichtlich lohnt sich ein Besuch in der Wilhelm-Düll-Straße. Diese überhaupt erste Reihenhaussiedlung Münchens ist unbedingt einen Spaziergang wert. Man sollte sich nicht wundern, wenn man sich ein bisschen an den Londoner Stadtteil Notting Hill erinnert fühlt. Es war nach dem Ersten Weltkrieg eine der ersten Reihenhaussiedlungen nach englischem Vorbild. Ein besonderes Schmankerl an der Grenze von Neuhausen zu Gern ist die Bothmerstraße, in der noch fast alle alten Jugendstilbauten erhalten sind. Sie zweigt kurz vor dem Kanal von der Nymphenburger Straße ab.

Gern, 1025 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und damit eines der ältesten Viertel Münchens, ist übrigens der Münchner Stadtteil, der weithin am wenigsten bekannt ist. Dabei gehört Gern zu den angesagtesten und auch hochpreisigsten Vierteln der Stadt.

Ganz wunderbar lässt es sich auch nördlich von Schloss Nymphenburg leben. Und herrliche Häuser finden sich zudem westlich vom Schlosspark in Richtung Pasing und Obermenzing am Zulaufkanal, durch den nicht nur die „Große Kaskade“, sondern auch das gesamte Wassersystem des Parks einschließlich der Seen gespeist wird.

Natur pur im Schlosspark

Dicht besetzte Biergartenbänke unter alten Kastanien, dazwischen aufgespannte blau-weiße Sonnenschirme.
Der Biergarten im Hirschgarten, der der erste in München war, ist trotz seiner Größe sehr gemütlich.

Nicht nur wegen dieses reichen Immobilienschatzes in einer der erlesensten Wohngegenden von München ist RIEDEL dem Stadtteil Nymphenburg eng verbunden. Nymphenburg-Gern ist sozusagen die Heimat von RIEDEL. Heiner und Ingrid Riedel gründeten 1982 ihr Unternehmen in eben diesem Stadtteil. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von RIEDEL kennen sich dort bestens aus und wissen auch, wo man am besten seine Freizeit verbringt.

Zum Beispiel im 180 Hektar umfassenden Schlosspark mit den pittoresken Lustschlösschen, wo Wildtiere wie Rehe und Schwäne eine idyllische Heimat haben. Oder im Botanischen Garten mit seinem Palmenhaus, der nördlich an den Schlosspark anschließt. Beliebt ist auch der weitläufige Hirschgarten mit – der Name sagt es – Hirschgehege, zahlreichen Spiel- und Grillmöglichkeiten und dem größten Biergarten der Landeshauptstadt. Der Hirschgarten war übrigens auch der erste Biergarten. Schon 1791, also zwanzig Jahre vor der eigentlichen Geburtsstunde der bayerischen Biergärten, durfte der Revierjäger hier Bier ausschenken.

Dampf steigt vom beheizten Freibecken auf, im violetten Dämmerlicht schwimmen einzelne Badegäste.
Das Dantebad ist Sommer wie Winter ein wichtiger Ort zum Entspannen und Spaß haben für die Nymphenburger.

Angesichts der vielen Grünflächen wird Nymphenburg zurecht als „grüne Oase“ in der Münchner Innenstadt beschrieben, wo schon in den frühen Morgenstunden Fitness-Aficionados ihre Runden drehen. Im Dantebad, einem Winter-Warmfreibad, ziehen Schwimmer im Stadionbecken ihre Bahnen, und im Erlebnisbecken laden Massagedüsen zur Entspannung ein. Tennis-Freaks können sich in der Tennis Academy Sergio Funes auf dem Gelände des ESV Sportpark München den letzten Schliff holen.

Schloss Nymphenburg ist übrigens nicht nur von außen schön anzusehen, sein weitläufiger Park ist ein Ort der Erholung.

Kunst und Kultur

Runder Säulentempel mit grünem Kuppeldach steht im Gegenlicht zwischen hohen Bäumen am Seeufer.
Bei einem Spaziergang durch den schönen Schlosspark Nymphenburg lässt sich dieser beeindruckende Monopteros am Badenburger See bewundern.

Schloss Nymphenburg ist übrigens nicht nur von außen schön anzusehen, sein weitläufiger Park ist ein Ort der Erholung und es ist mit dem berühmten Marstallmuseum, das vierzig repräsentative Kutschen, Schlitten und Reitzubehör umfasst, und dem weithin bekannten Museum „Mensch und Natur“ ein Ort der Bildung. In der einzigartigen Atmosphäre des Johannissaals finden im Schloss auch regelmäßig hochkarätige Konzerte statt. Sowohl Klassik als auch Weltmusik werden dort zur Aufführung gebracht.

Alternative Musik findet man dagegen im Kulturzentrum Backstage, das seit 1991 an der Friedenheimer Brücke etablierte aber auch unbekannte Künstlerinnen und Künstler auf die Bühne bringt. Und Kino-Enthusiasten haben im Neuen Maxim ihre Heimat, das 1912 eröffnet wurde und den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet überstand. Mittwochs und donnerstags werden im Neuen Maxim Filme in der Originalsprache mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Eine Welt voller Spiel, Spaß, süßen Leckereien und liebevoll zusammengetragenen Präsenten eröffnet das Brauseschwein in der Frundsbergstraße. Süßigkeiten, Scherzartikel, Stofftiere und auch Bastelutensilien lassen nicht nur die Herzen von Kindern, sondern auch von Junggebliebenen höherschlagen. Edle Geschenke für Taufen oder Hochzeiten gibt es bei der Porzellanmanufaktur Nymphenburg. Seit ihrer Gründung im Jahr 1747 pflegt die Manufaktur der bayerischen Könige die hohe Kunst der Porzellanherstellung. Heute ist sie die letzte Reinstmanufaktur ihrer Art.

Wer bei so vielen kunstvollen Eindrücken eine kleine Pause braucht, der ist in der Blutenburgstraße richtig. Suuapinga steht nicht nur für hochwertigen Kaffee und transparent nachvollziehbare Lieferketten, dort laden auch verführerische Bio-Butterbrote und hausgemachte Zimtschnecken zum Naschen ein.

Auch gastronomisch hat Nymphenburg-Gern viel zu bieten. Die besten Kulinarik-Tipps finden Sie ab Seite 76.

Die Perspektive von RIEDEL

Der Beitrag nennt den Grund selbst, warum hier so selten etwas auf den Markt kommt: Die Bestände sind alt, gewachsen und klein. Gründerzeitvillen am Rondell Neuwittelsbach, Jugendstilhäuser in der Bothmerstraße, die Reihenhäuser der Wilhelm-Düll-Straße – jede dieser Adressen umfasst nur eine Handvoll Objekte. Wer hier kaufen möchte, sollte den Bestand kennen, bevor er inseriert wird. Unser Stammhaus steht seit 1982 in diesem Stadtteil.

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