
Es grünt so grün: Gartenplanung und Outdoor-Kollektionen
Der letzte Luxus unserer Tage
„Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er erfordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten geworden ist: Zeit, Zuwendung und Raum.“ Dieses Zitat des Schweizer Landschaftsarchitekten Dieter Kienast wird bei den meisten Menschen auf Zustimmung stoßen, denn vielen gelingt es, in der eigenen grünen Oase Kraft und Energie zu schöpfen und sich selbst zu erden. Das botanische Vergnügen ist natürlich verbunden mit Aufgaben, die man von Beginn an mit der Gartenplanung selbst bestimmen kann.
Ein wachsendes Projekt

Ganz zu Beginn, bevor das analoge, olfaktorische und mit frischer Lebensenergie erfüllende Abenteuer starten kann, sollte man die wichtigsten Informationen rund um das zukünftige Gartenprojekt eingeholt haben. Im Idealfall engagiert man einen Gartenarchitekten, der über die baulichen und gesetzlichen Regelungen zu jedem Kontext Bescheid weiß und die Planung dann nach diesen Vorgaben treffsicher entwickeln kann.
Denn es gibt fast überall Abstände und Höhen für Bäume, Hecken und Zäune, die einzuhalten sind, Genehmigungen für Kleinarchitekturen oder Wasserflächen, die eingeholt werden müssen, Gelände- und Bodenbeschaffenheit, die analysiert werden sollte, die Möglichkeit, Energie- und Wasserleitungen für automatische Bewässerung, Outdoorküchen oder Außensaunen, die geprüft werden müssen – all das klingt auf den ersten Blick einengend, ist es aber nicht. Hat man seine Hausaufgaben im Vorfeld gut gemacht, ist das die beste Basis für die Freiheit einer gelungenen Gartengestaltung.
Wenn die Ideen sprießen

Sind erst einmal die Sonnenstände ermittelt, die Wunschliste komplett und die Rahmenbedingungen klar, kann es mit der Planung schon losgehen. In Begleitung eines Garten- und Landschaftsarchitekten bekommt man schon bei den ersten Entwürfen ein Gefühl für gute Proportionen und einen Vorgeschmack für zukünftige Farbarrangements der Pflanzen und ihrem Blätterkleid im Kreis der Jahreszeiten. Die Experten empfehlen, sich für ein breites Blütenspektrum zu entscheiden, um sich das ganze Jahr hindurch an einem blühenden Potpourri zu erfreuen, etwa mit einer entsprechenden Frühlings- und Herbstbepflanzung.
Auf welchem Boden und mit welcher Lichtmenge ein Gehölz am besten gedeiht, wie man das Verhältnis zwischen Sonne und Schatten ideal ausbalanciert, welche Stauden und Sträucher dem Garten eine besondere Tiefe verleihen und aus welcher Konstellation von Nutzflächen, Terrassen, Pool und Spielweise sich die besten Rückzugsorte ergeben, entsteht Schritt für Schritt: Sind die zentralen und bestimmenden Elemente, die ortsgebunden und fest verankert sind, erst einmal festgelegt, so entwickelt sich ein Garten auch als Zeichnung zu einem harmonischen Ganzen und wird schließlich zur vollen Blüte gebracht.
Manchmal ist es sogar auch schön, den Garten mit anderen „Mitbewohnern“ zu teilen und einen Teil davon zugunsten der Artenvielfalt sich selbst zu überlassen.
Der Natur einen Raum geben

Auch wenn ein Garten zu einem möglichst natürlichen Paradies gedeihen soll, kann es nie schaden, ihm eine gewisse Struktur in Form von „Gartenräumen“ zu geben. Diese kann man über Sichtachsen und Wegeführungen, sich öffnenden Plätzen und ausladenden Pflanzengruppen, aber auch über ein Modellieren von Niveausprüngen innerhalb der Gartenfläche definieren. So lässt sich der Garten im Zusammenspiel von sich verändernden Lichtverhältnissen und Blätterkleidern aus jeder Perspektive immer wieder neu erleben.
Den letzten Schliff, eigene Kanten und persönliche Konturen bekommt das grüne Wohnzimmer schließlich mit Akzenten wie einer charmanten Wegbeleuchtung, dem Inszenieren von Wasserflächen oder solitären Pflanzen als Blickfänge, einem privaten Pavillon und einer einladend ausgestatteten Terrasse, die man meist mit der Familie und öfter auch mal gerne mit seinen Gästen nutzt. Fast traditionell mag die Idee anmuten, die Outdoorküche in der Nähe des Kräutergartens einzurichten, unweit, um nicht zu sagen, in Reichweite des Open-Air-Essplatzes.
Niemals ein Fehler ist es, kühlere Plätzchen einzurichten, denn Regeneration ist eine der wichtigsten Aufgaben des Gartens. Neben dem Riechen und Schmecken darf auch das Fühlen hier nie zu kurz kommen: Edles Holz oder feinstes keramisches Feinsteinzeug gehen hier nahtlos in weiches Gras über, bis ins kühle Nass. Sie alle schmeicheln den Fußsohlen, die die kleinsten Unterschiede neu kennenlernen.
Den Rhythmus selbst bestimmen

Auch, wenn vieles im Garten aus planerischer Notwendigkeit seinen festen Platz bekommen hat: Er kann sich dennoch immer wieder neu erfinden – schließlich liegt das in der Natur der Sache. Dass man dem Garten im Verhältnis zur bebauten Fläche stets viel Platz einräumt, hat jedenfalls sein Gutes, ist er doch bereits mehr als die Hälfte des Jahres Wohnraum und Krafttankstelle für die Seele.
Manchmal ist es sogar auch schön, den Garten mit anderen „Mitbewohnern“ zu teilen und einen Teil davon zugunsten der Artenvielfalt sich selbst zu überlassen. Der eigentliche Luxus bleibt es jedoch, dass die innere Uhr hier nur nach dem Sonnenstand tickt. Das ist wohl das ungeplante Geheimnis einer Schönheit, die uns Betrachter beflügelt und aufblühen lässt.
Der Garten zählt zur Immobilie

In den gewachsenen Lagen des Münchner Südens ist der Garten kein Beiwerk. Große Grundstücke und alte Baumbestände gehören dort zum Haus wie der Grundriss. Das gilt auch für einen Schnitt, der Sichtachsen und Rückzugsorte kennt. Was dieser Beitrag über Gartenplanung mit einem Gartenarchitekten beschreibt, lässt sich an Immobilien in Grünwald ablesen. Dort stehen Hecken statt Mauern, Terrassen verlängern den Wohnraum nach draußen, Wasserflächen setzen den Blickfang.
Für den Verkauf heißt das zweierlei. Ein gepflegter Garten trägt zur Wirkung eines Objekts mehr bei, als viele annehmen. Und er lässt sich für die Besichtigung vorbereiten wie ein Innenraum, dazu gibt es das Immobilien-Staging. Wer neu plant, sollte vor dem Grundstückskauf wissen, was dort baurechtlich möglich ist. Wie sich Angebot und Preise zuletzt entwickelt haben, zeigt der Marktbericht München.

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