Entwicklung der Bodenrichtwerte
Die aktuellen Bodenrichtwerte zum Stichtag 01.01.2026 zeichnen für München und das Umland ein unterschiedliches Bild. Während die Werte im Landkreis im Verhältnis zum letzten Stichtag 01.01.2024 teilweise deutlich nachgegeben haben, beispielsweise in Grünwald und Gräfelfing um bis zu 30 Prozent, zeigen sich besonders gefragte Wohnlagen innerhalb Münchens mit einem geringeren Rückgang. Zum Beispiel haben sich in ausgewählten Bodenrichtwertzonen folgender Stadtteile die Bodenrichtwerte für individuelles Wohnbauland wie folgt verändert: Alt Bogenhausen -13 %, Herzogpark -10 %, Schwabing -12 % und Nymphenburg -18 %. In einzelnen Bodenrichtwertzonen fällt der Rückgang allerdings deutlich stärker aus, so etwa in der Cuvilliésstraße in Alt Bogenhausen und in der Hohenzollernstraße in Schwabing mit jeweils rund -23 % oder in der Romanstraße in Nymphenburg mit rund -28 %.
Auch um den Starnberger See herum zeigt sich ein differenziertes Bild. Während die Bodenrichtwerte für Grundstücke mit direktem Seezugang stabil geblieben sind, gingen sie in den traditionellen Wohnlagen spürbar zurück, etwa in Starnberg um rund -13 %, in Berg um rund -12 % oder in Tutzing um rund -15 %.
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind die gestiegenen Finanzierungskosten der vergangenen Jahre. Sie haben größere Wohnbauprojekte deutlich verteuert und die Nachfrage nach entsprechenden Grundstücken spürbar gebremst. In einigen Teilen des Landkreises bewegen sich die Bodenrichtwerte dadurch inzwischen wieder auf dem Niveau von 2016/2018.
Für Immobilieneigentümer ist dabei wichtig: Der Bodenrichtwert allein lässt noch keinen verlässlichen Rückschluss auf den tatsächlichen Wert einer Immobilie zu. Entscheidend sind immer auch die konkrete Lage, der Zustand, die Bebauungsmöglichkeiten und die individuellen Eigenschaften des Objekts. Gleichzeitig bleibt München ein gefragter Immobilienstandort. Ein überschaubares Angebot und anhaltender Zuzug sorgen weiterhin für eine solide Nachfrage. Umso wichtiger ist es, den Wert einer Immobilie nicht pauschal anhand einzelner Kennzahlen zu beurteilen, sondern individuell und fundiert einzuordnen.


